Latein

Der Lateinunterricht führt in die Literatur und die Gedankenwelt der Antike ein und erschliesst den Zugang zum gemeinsamen kulturellen Erbe Europas. Er zeigt dabei den schöpferischen Umgang mit Traditionen auf und weckt in den Schülerinnen und Schülern das Bewusstsein, dass die griechisch-römische und die christliche Kultur aufgrund ihrer jahrhundertelangen Auseinandersetzung mit wesentlichen Fragen menschlicher Existenz gerade in der heutigen Zeit Diskussionsgrundlagen und Orientierungshilfen bietet.

Im Gegensatz zum Unterricht in den modernen Fremdsprachen stellt er die Sprachbetrachtung in den Vordergrund. Die Kenntnis der lateinischen Sprache und ihrer Strukturen erweitert das Verständnis von Sprache allgemein, führt zur Beherrschung eines wichtigen Teils des Fremdwortschatzes und ist eine gute Grundlage für das Erlernen moderner Fremdsprachen.

Das klare grammatikalische Regelsystem der lateinischen Sprache und ihre knappe Ausdrucksweise erfordern und fördern beim Übersetzen sprachliche und denkerische Disziplin. Der Lateinunterricht verhilft so zu einer grösseren Kompetenz in der Muttersprache. Dabei wird aber auch deutlich, dass jede Übersetzung bereits Interpretation ist und das Original nicht ersetzen kann.

Zugleich ermöglicht der Lateinunterricht den Schülerinnen und Schülern durch die Beschäftigung mit lateinischen Texten auch ungewohntes Denken und Handeln kennen zu lernen, zu diskutieren und zu beurteilen. Dadurch führt er zu einer kritischen Distanz zur Gegenwart und so zum Überdenken und eigenständigen Beurteilen persönlicher Werte und gesellschaftlicher Normen.