Das Ergänzungsfach Geografie unterwegs in Südtirol

In der Sonderwoche im Februar reisten die 6.-Klässler:innen des Ergänzungsfachs Geografie (EF Geografie) über das Münstertal und den Vinschgau nach Bozen im Südtirol. Hier wanderte die Gruppe auf dem Oswald-Panoramaweg und genoss den Ausblick auf Bozen. Ausserdem empfing die Kommunikationsverantwortliche der Südtiroler Transportstrukturen die Gruppe und führte sie mit der Seilbahn auf den Hausberg, den Ritten. Oben erwarteten sie eine wunderschöne Aussicht auf die Dolomiten und spannende Informationen zum öffentlichen Verkehr Südtirols.

Einen Tag lang standen die Minderheiten Südtirols im Mittelpunkt. Im Industriequartier erklärte der Fremdenführer der Stadt Bozen den Schüler:innen die Ansiedlungspolitik Mussolinis – die sogenannte Italianisierung. Von einem Tag auf den anderen verbot er den Südtiroler:innen, deutsche Schulen zu besuchen. Sie hatten zwei Möglichkeiten: Entweder sie passten sich an oder sie wanderten aus. Viele Südtiroler:innen haben noch heute ein gespaltenes Verhältnis zu Italien. Später erhielten die Schüler:innen Besuch einer Lehrerin aus Lana. Sie erläuterte ihnen das Schulsystem Südtirols und weitere Besonderheiten im Zusammenleben der dreisprachigen Bevölkerung des in vielen Bereichen autonomen Südtirols.

Einen Einblick in die bewegte Geschichte Südtirols bot der Besuch im Museum BZ’ 18-45: eine Dokumentations-Ausstellung im Siegesdenkmal. 1926–1928 errichtete das faschistische Regime das Siegesdenkmal. Die Ausstellung blickt auf die Jahre 1918–1945 zurück. Sie beleuchtet den italienischen Faschismus und die Zeit der nationalsozialistischen Besetzung. Sie legt ausserdem ein Augenmerk auf die tiefgreifenden städtebaulichen Umgestaltungen seit dieser Zeit.

Ein weiterer Fokus der Sonderwoche lag auf dem Tourismus. Das EF Geografie besuchte das Unternehmen «TechnoAlpin», welches weltweit führend im Bereich der technischen Beschneiung ist. Nach einer kurzen Präsentation über das Unternehmen erhielten die Schüler:innen einen Einblick in die Produktion der Schneeerzeuger. Nicht nur «Schneekanonen», sondern auch Feuerlösch- und Staubbindemaschinen werden in Bozen produziert. Besonders beeindruckte, in welchem ruhigen Arbeitsklima die Arbeiter:innen Einzelteile in komplexe Anlagen verwandelten. Später kam die Gruppe auf dem «Plonerhof» – auf dem Hügel St. Magdalena – in den Genuss der Südtiroler Weine. Nur dank eines ausgeklügelten Bewässerungssystems und eines schattenspendenden Pergolasystems ist es möglich, im trockenen und sonnigen Südtirol die beiden typischen Rebsorten Lagrein und Vernatsch anzubauen.

Nach einem spannenden Besuch im «Ötzimuseum» machte sich das EF Geografie auf den Heimweg durchs Vinschgau mit Zwischenhalten in Mivor, Mals und Matsch. In der Obstgenossenschaft «Mivor» erfuhren die Schüler:innen, wie bedeutend die Apfelproduktion Südtirols ist und wie eine moderne Apfelproduktionsanlage funktioniert. Später erläuterte Günther Wallnöfer, ein Biobauer aus Mals, die Problematik der Apfelmonokulturen. Seit sich das Dorf Mals dazu entschieden hat, pestizidfrei anzubauen, kämpft es gerichtlich gegen das Tirol. Als letzte Station auf der Heimreise besuchte das EF Geografie das kleine Dorf Matsch. Während der Dorfführung erklärten zwei Mitglieder der Projektgruppe die Besonderheiten des Bergsteigerdorfes Matsch. Die Projektgruppe setzt sich für viele kleine Projekte ein, wie für die Förderung des öffentlichen Verkehrs, für Bio-Produkte oder ein Seniorenheim. Unter anderem erhielten die Schüler:innen einen Einblick in die Filzherstellung – einer alten Tradition der Bäuerinnen. Über den Reschenpass erreichte die Gruppe das Unterengadin und kam müde und um viele neue Eindrücke und Erfahrunge reicher in Schiers an.

 

Text: Andres Bernhard

Fotos: Mirco Auer, Andres Bernhard

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